
Der Schlosspark zu Putbus gehört zu den bedeutendsten erhaltenen Parklandschaften Norddeutschlands. Auf rund 75 Hektar erstreckt sich ein englischer Landschaftspark, der ab 1804 im Auftrag von Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus angelegt wurde – heute Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Südost-Rügen und ganzjährig kostenlos zugänglich.

Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus (1783–1854) ließ ab 1804 das gesamte Areal um seinen Familiensitz im englischen Stil umgestalten. Charakteristisch für diesen Gartentyp: keine strenge Symmetrie wie im französischen Barockgarten, sondern fließende Wege, natürlich wirkende Gewässer und bewusst inszenierte Blickachsen.
Für Planung und Umsetzung zog der Fürst namhafte Landschaftsarchitekten hinzu. Die Parkanlage wuchs parallel zum klassizistischen Stadtausbau von Putbus – beide Projekte prägten die Stadt nachhaltig und sind bis heute weitgehend erhalten.
Das benachbarte Fürstenschloss, das als Mittelpunkt der Parkanlage diente, wurde leider 1962 gesprengt und bis 1964 vollständig abgerissen. Heute erinnert nur noch die erhaltene Seeterrasse am Rügischen Bodden an das einstige Gebäude. Der Park selbst blieb weitgehend unverändert und wird bis heute gepflegt.








Die klassizistische Orangerie wurde 1824 errichtet und diente ursprünglich zur Überwinterung exotischer Pflanzen des Fürsten. Heute nutzt die Kulturstiftung Rügen das Gebäude als Galerie für wechselnde Kunstausstellungen. An der Außenfassade befindet sich eine Kopie der antiken Skulptur „Sterbender Gallier“ (das Original steht in den Kapitolinischen Museen in Rom). Die Orangerie ist eines der prägendsten Gebäude im Park und ein beliebtes Fotomotiv.
Der Marstall entstand zwischen 1821 und 1824 und diente als Pferdestall und Remise für die fürstliche Familie. Das klassizistische Gebäude wurde nach der Wiedervereinigung sorgfältig rekonstruiert und dient heute als Veranstaltungsort der Festspiele Rügen. Im Sommer finden hier Konzerte, Theateraufführungen und kulturelle Events statt.
Die Christus-Kirche im Schlosspark wurde 1844–1846 zunächst als Kurhaus errichtet und 1891/92 zur Kirche umgebaut und geweiht. Ihr markanter Campanile-Turm und das Querschiff unterscheiden sie deutlich vom typischen Backsteinstil Rügens. Die Kirche ist ein architektonisches Unikat auf der Insel und prägt mit ihrer Höhe das Stadtbild von Putbus.
Die Schlossterrasse am Rügischen Bodden ist das letzte sichtbare Überbleibsel des 1962 gesprengten Fürstenschlosses. Von hier aus eröffnet sich ein weiter Blick über den Bodden und auf die Insel Vilm, die als streng geschütztes Naturreservat zur UNESCO-Biosphärenzone gehört. Im Park befindet sich außerdem das fürstliche Mausoleum – die Begräbnisstätte der Fürsten zu Putbus.
Der Schlosspark beherbergt einen alten Baumbestand mit teils über 200 Jahre alten Exemplaren. Neben heimischen Laubgehölzen finden sich im Park zahlreiche exotische Bäume und Sträucher, die der Fürst im 19. Jahrhundert aus verschiedenen Teilen der Welt einführen ließ. Besonders beeindruckend ist die Rhododendron-Blüte, die den Park alljährlich im Mai und Juni in leuchtende Farbtöne taucht.
Im Wildgehege des Parks leben Rehe und Rotwild, die man auf einem Parkspaziergang häufig aus nächster Nähe beobachten kann – besonders beliebt bei Familien mit Kindern. Das gesamte Areal des Schlossparks liegt im UNESCO-Biosphärenreservat Südost-Rügen, was die naturschutzfachliche Bedeutung des Geländes unterstreicht.

Der Schlosspark bildet die Kulisse für regelmäßige kulturelle Veranstaltungen. Der Marstall ist als Festspielort Rügen fester Bestandteil des Kulturlebens auf der Insel. Außerdem finden in der Orangerie ganzjährig Wechselausstellungen der Kulturstiftung Rügen statt.
Ja, der Schlosspark Putbus ist ganzjährig und kostenlos für alle Besucher zugänglich. Für einzelne Gebäude (Orangerie, Marstall bei Veranstaltungen) können separate Eintrittspreise gelten.
Ja, Hunde sind im Schlosspark Putbus willkommen. Sie müssen jedoch an der Leine geführt werden, insbesondere im Bereich des Wildgeheges, um die Tiere nicht zu stören.
Der Schlosspark Putbus umfasst rund 75 Hektar und ist damit einer der größten erhaltenen Schlossparks in Mecklenburg-Vorpommern. Ein vollständiger Rundgang dauert etwa 60 bis 90 Minuten.
Der Schlosspark wurde ab 1804 von Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus als englischer Landschaftsgarten angelegt. Die meisten charakteristischen Gebäude im Park entstanden zwischen 1820 und 1855.