
Die Insel Vilm ist ein Naturgeheimnis von Rügen. Nur 2,5 Kilometer vom Hafen Lauterbach entfernt, liegt sie im Greifswalder Bodden – und bleibt den meisten Rügen-Besuchern verborgen. Ein Ausflugsschiff fährt 2-mal am Tag mit je max. 30 Personen die Insel an. Wer Vilm sehen möchte, braucht ein Ticket von der FRS Weiße-Flotte für die Vilmexkursion.
Das macht Vilm zu einem der wenigen Orte auf Rügen, die wirklich fast unberührt geblieben sind.

Vilm ist eine kleine Insel südöstlich von Rügen mit einer Fläche von rund 94 Hektar. Sie liegt im Greifswalder Bodden und gehört als Kernzone zum UNESCO-Biosphärenreservat Südost-Rügen.
Das Besondere an Vilm: Der Buchenwald auf der Insel wurde seit dem Mittelalter nicht bewirtschaftet. Es gibt Bäume, die mehrere Hundert Jahre alt sind, Baumriesen mit gewaltigen Stämmen und einen Waldboden, der aus natürlichen Prozessen entstanden ist, nicht aus forstwirtschaftlichen. Wer Naturwälder kennt, weiß, wie selten das ist.
Seit 1990 betreibt das Bundesamt für Naturschutz (BfN) auf Vilm das Internationale Naturschutzzentrum (INA). Es werden dort internationale Fachkonferenzen und Workshops abgehalten. Übernachten können auf der Insel nur Seminarteilnehmer der BfN-Veranstaltungen – für normale Besucher gibt es keine Unterkunft.
Vilm ist kein öffentlich zugänglicher Ort. Der Besuch ist ausschließlich im Rahmen von geführten Exkursionen möglich, die das BfN in begrenzter Zahl anbietet.
Die Plätze sind begrenzt – in der Hochsaison oft Wochen im Voraus ausgebucht. Die Touren sind zu Fuß – festes Schuhwerk ist sinnvoll, der Waldboden ist uneben.
Der einzige Ausgangspunkt für die Bootsüberfahrt nach Vilm ist der Hafen Lauterbach, ein Ortsteil von Putbus, etwa drei Kilometer südlich des Stadtzentrums.
Die Überfahrt dauert ungefähr 15 Minuten.
Anreise nach Lauterbach:
Der Hafen Lauterbach ist auch ohne Vilm-Besuch einen Ausflug wert: Yachthafen, Boddenblick, Restaurant und Promenade machen ihn zu einem der schönsten Punkte im Gebiet von Putbus.
Der größte Teil von Vilm ist strenge Naturschutzzone. Die Führungen gehen über markierte Wege durch den Urwald-Buchenwald der Insel.
Was Sie sehen werden:
Der Urwald: Nicht bewirtschaftete Buchenwälder mit altem Baumbestand, Totholz, natürlichem Waldboden. In Deutschland gibt es das fast nirgendwo mehr in dieser Form. Die ältesten Bäume auf Vilm sind mehrere Hundert Jahre alt.
Die Küste: Vilm hat eine abwechslungsreiche Uferlinie – flache Strandabschnitte auf der Boddeninnenseite, steilere Böschungen außen. Vom Ufer aus sieht man zurück nach Lauterbach und auf die Silhouette Rügens.
Das Naturschutzzentrum ist ein Ensemble aus Seminargebäuden und Unterkünften. Keine Gastronomie, kein Touristenzentrum – der Ort hat etwas Klösterliches.
Was es nicht gibt: Restaurant, Souvenirladen, öffentliche Toiletten. Verpflegung mitbringen ist empfehlenswert.
Gäste, die in Putbus übernachten und die Kurkarte der Kurverwaltung Putbus besitzen, erhalten auf Weiße-Flotte-Fahrten im Bereich Lauterbach 25 % Ermäßigung. Bitte beachten: Diese Vergünstigung gilt für Weiße-Flotte-Angebote, nicht für die BfN-Exkursionen nach Vilm selbst.

Mai und Juni sind besonders empfehlenswert: Der Buchenwald steht im frischen Grün, die Exkursionen finden regelmäßig statt, und die Plätze sind leichter zu bekommen als im Hochsommer.
Juli und August ist Hauptsaison – Buchungen sind oft früh vergriffen. Die Überfahrt bei gutem Wetter ist allerdings besonders schön.
September und Oktober bieten Herbstfärbung im Urwald und ruhigere Bedingungen. Das Licht im September ist auf dem Bodden oft außergewöhnlich.
November bis April: Exkursionen finden in dieser Zeit in der Regel nicht statt.
Ein Vilm-Besuch dauert meist einen halben Tag – inklusive Anreise nach Lauterbach, Überfahrt und Führung. Den restlichen Tag füllen Sie gut am Hafen Lauterbach und in Putbus.
Kombinationsvorschläge:
Vormittag Vilm, Nachmittag Putbus: Nach der Führung zurück in die Stadt, Schlosspark, Orangerie, Wildgehege.
Vilm + Roland: Rückfahrt vom Hafen Lauterbach Mole mit dem Rasenden Roland nach Binz oder Göhren. Einfach-Ticket reicht, Fahrrad kann mitgenommen werden.
Vilm + Bodden-Radtour: Entlang der Küste von Lauterbach durch den Goor-Wald zurück nach Putbus. Flach, ca. 12 km, sehr schön.
Nein. Die Insel ist Naturschutzzone und darf nur im Rahmen einer organisierten Führung betreten werden. Eigene Anlandeversuche mit dem Boot sind nicht erlaubt und können zu Bußgeldern führen.
In der Regel zwei bis drei Stunden, inklusive Bootsfahrt. Genaue Angaben gibt es bei der Buchung.
Die Standardführungen finden auf Deutsch statt. Für internationale Gruppen gibt es gelegentlich englischsprachige Angebote – bitte erfragen.
Die genauen Preise sind direkt bei der FRS Weiße-Flotte zu erfragen, da sie sich von Saison zu Saison ändern können.
Ja, grundsätzlich schon. Der Weg durch den Wald ist uneben, aber machbar. Kinder erleben dort echten Urwald – das ist beeindruckend für jedes Alter. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung mitbringen.
Ja, für private Zwecke ist das unproblematisch. Kommerzielle Aufnahmen müssen vorab abgesprochen werden.
Nur als Teilnehmer einer BfN-Veranstaltung. Für Individualreisende gibt es keine Übernachtungsmöglichkeit auf der Insel. Die nächste Unterkunft ist in Putbus oder Lauterbach.