Die schönsten Ecken der Insel liegen oft abseits der großen Badeorte – und viele davon sind am besten ab Putbus zu erreichen.
Putbus liegt im Südosten Rügens, direkt im UNESCO-Biosphärenreservat Südost-Rügen. Die klassizistische Stadt ist kein Ferienort im üblichen Sinn, sondern eine echte kleine Stadt mit Theater, Park und Geschichte. Und gleichzeitig einer der praktischsten Ausgangspunkte, die Rügen zu bieten hat: Bahnhof mit direktem Anschluss an den Rasenden Roland, Hafen in Lauterbach mit Bootstouren zur Insel Vilm.

Rügen hat viele schöne Orte. Aber nicht jeder Ort ist ein guter Ausgangspunkt. Putbus hat eine geografische Besonderheit: Die Stadt liegt fast genau in der Mitte des Südostens, von wo aus sich die Halbinsel Mönchgut, die Ostseebäder und das Biosphärenreservat gleich gut erreichen lassen. Außerdem:
Der Rasende Roland startet hier. Die historische Schmalspurbahn fährt ab Putbus Bahnhof durch Binz, Sellin und Göhren bis an die Südspitze der Insel. Wer hier wohnt, braucht für diese Strecke kein Auto.
Lauterbach ist Teil von Putbus. Der Ortsteil mit dem Hafen liegt nur drei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt – und ist der einzige Ausgangspunkt für Bootstouren zur Insel Vilm, Rügens Naturgeheimnis.

Die Insel Vilm liegt zwei Kilometer südlich von Lauterbach im Greifswalder Bodden. Sie ist 94 Hektar groß, streng geschützt und für die Öffentlichkeit nur im Rahmen geführter Touren zugänglich. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) betreibt hier eine Internationale Naturschutzakademie.
Was Vilm so besonders macht: Der Wald auf der Insel wurde seit Jahrhunderten nicht bewirtschaftet. Wer dort steht, steht in einem der ältesten und unberührtesten Wälder Mitteleuropas.
Bootstouren starten ab dem Hafen Lauterbach. Die Überfahrt dauert etwa 15 Minuten.
Praktische Infos:
Der Rasende Roland ist die historische Schmalspurbahn Rügens. Seit 1895 fährt er auf einer Spurweite von 750 Millimetern durch die Landschaft des Südostens – von Putbus über Binz, Sellin und Göhren bis an die Südspitze der Insel. Die Gesamtstrecke beträgt 24,1 Kilometer.
Was viele nicht wissen: Die Bahn ist kein reines Touristenangebot, sondern ein reguläres Verkehrsmittel. Wer ab Putbus startet, kann an jeder Haltestelle aussteigen, den Ort erkunden und mit dem nächsten Zug weiterfahren. Das macht die Strecke zu einer der entspanntesten Arten, Rügen kennenzulernen.
Gäste mit Kurkarte erhalten beim Rasenden Roland eine Ermäßigung auf den regulären Fahrpreis. Bitte informieren Sie sich aktuell beim Ticketschalter Putbus oder auf der Website der Rügenschen Bäderbahn, welche Vergünstigungen zum Zeitpunkt Ihres Besuchs gelten.
→ Mehr Infos zum Rasenden Roland, Fahrzeiten und Tickets: Unsere Seite zum Rasenden Roland


Wer entspannen möchte, ohne weit zu fahren, ist im Schlosspark genau richtig. Der etwa 75 Hektar große Park liegt direkt hinter der Innenstadt und wurde im frühen 19. Jahrhundert im englischen Stil angelegt. Alte Bäume, Rhododendren, Weiden und stille Wege – und als besondere Besonderheit ein Wildgehege mit Damhirschen.
Im Park stehen auch zwei der bemerkenswertesten Gebäude von Putbus: die klassizistische Orangerie, die heute als Galerie und Ausstellungsraum genutzt wird, und der Marstall, der im Sommer als Konzertsaal für die Festspiele Rügen dient.
Der Eintritt in den Park ist kostenlos, er ist ganzjährig zugänglich.
Entfernung vom Stadtzentrum: 0 km – direkt angrenzend
→ Mehr zum Schlosspark: Unsere Seite zum Schlosspark Putbus
Putbus hat keinen eigenen Badestrand direkt am Stadtzentrum, aber die Auswahl in der Umgebung ist groß – und die Unterschiede sind erheblich.
Boddenstrände (ruhig, windgeschützt, meist ohne Wellen):
Ostseebäder (mit Wellen, Seebrücken, mehr Betrieb):
Alle drei Ostseebäder sind per Rasenden Roland ohne Auto erreichbar. Abfahrt direkt am Putbusser Bahnhof.


Die Wege führen durch Wälder, an Boddenufern entlang und zu Orten, die mit dem Auto kaum zu erreichen sind.
Drei empfehlenswerte Routen:
Bodden-Runde (ca. 12 km, leicht) Putbus → Lauterbach → Goor-Wald → zurück durch den Schlosspark. Flach, familienfreundlich, schöne Aussicht auf den Rügischen Bodden.
Granitz-Tour (ca. 20 km, mittel) Putbus → Lancken-Granitz → Jagdschloss Granitz → Binz. Etwas hügelig durch den Forst, mit dem Jagdschloss als Höhepunkt. Rückfahrt per Roland möglich.
Mönchgut-Runde (ca. 40 km, anspruchsvoll) Für konditionsstarke Radler: Putbus → Groß Zicker → Thiessow → Göhren → Roland zurück. Rügen in seiner ruhigsten Form.
Fahrradverleih ist in Putbus und in Lauterbach verfügbar. E-Bikes sind empfehlenswert für die Granitz-Tour.
Das Jagdschloss Granitz liegt auf dem Tempelberg, dem höchsten Punkt des Granitz-Forstes, etwa 8 Kilometer von Putbus entfernt. Vom Turm aus sieht man bei klarem Wetter über große Teile Rügens.
Das Schloss wurde zwischen 1836 und 1851 gebaut, der neugotische Turm stammt von Karl Friedrich Schinkel. Es ist heute eines der meistbesuchten Bauwerke auf Rügen – zu Recht.
Anfahrt ab Putbus:


Die Halbinsel Mönchgut im Südosten Rügens ist das, was viele Urlauber suchen und selten finden: breite Strände ohne Trubel, kleine Fischerdörfer, Naturschutzgebiet. Die Orte Thiessow, Groß Zicker und Lobbe sehen heute kaum anders aus als vor hundert Jahren.
Mönchgut ist von Putbus aus gut zu erreichen – entweder per Rad über den Radweg Richtung Göhren oder per Roland bis zur Endstation und dann zu Fuß weiter.
Besonders empfehlenswert: Der Weg auf den Kleinen Zicker, einen der markantesten Hügel Rügens, mit Blick auf die Boddengewässer von beiden Seiten.
Kurverwaltung Putbus Am Markt – zentral im Stadtzentrum gelegen. Hier erhalten Sie die Kurkarte, Informationsmaterial und Hilfe bei der Planung Ihres Aufenthalts.
Anreise:
Unterkunft: In Putbus übernachten die meisten Gäste in Ferienwohnungen (rund 65 % der Betten). Hotels und Pensionen ergänzen das Angebot. Unterkünfte finden und buchen unter: https://putbus.de/unterkunft-buchen
Binz ist 13 km entfernt, Sellin 18 km, Göhren 24 km. Zum Jagdschloss Granitz sind es 8 km, zur Insel Vilm (ab Lauterbach) ca. 2 km über den Wasserweg. Alle Ziele sind per Roland, Rad oder Auto gut erreichbar.
Nicht unbedingt. Der Rasende Roland erschließt die Ostküste bis Göhren ohne Auto. Lauterbach und den Schlosspark erreichen Sie zu Fuß oder per Rad. Für Mönchgut und abgelegene Boddenstrände ist ein Fahrrad oder Auto praktisch.
Gäste, die in Putbus übernachten, zahlen Kurabgabe und erhalten dafür die Kurkarte. Aktuelle Leistungen erfahren Sie bei der Kurverwaltung oder im Internet unter https://putbus.de/informationen-zur-kurabgabe/.
Mai, Juni und September sind besonders angenehm: weniger Betrieb in den Badeorten, gutes Wetter, Vilm-Touren verfügbar, Rasender Roland fährt regulär. Juli und August sind die Hauptsaison – schön, aber voller.
Ja. Das Theater Putbus bespielt die ganze Saison. Die Orangerie im Schlosspark zeigt wechselnde Ausstellungen. Das Jagdschloss Granitz kann innen besichtigt werden. Und der Rasende Roland fährt auch im Regen und macht bei Nieselwetter sogar besonders viel Dampf.